8. Sinfoniekonzert

Johannes Brahms Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op.83
Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70
Brahms und Dvořák – Lehrer und Schüler, doch in Wahrheit nicht nur zwei Ebenbürtige, sondern grundverschieden zugleich: ein zum Wiener umgewidmeter Norddeutscher und ein tschechischer Wagnerianer. Die musikalischen Parteiungen des späten 19. Jahrhunderts gehen quer durch die Künstler-Biografien. Brahms’ 2. Klavierkonzert ist eigentlich seine 5. Sinfonie. In Umfang und Ausdruck sprengt es alles, was bis dahin für Klavier geschrieben wurde, und Brahms muss selbst erschrocken gewesen sein, weil er das Werk gegenüber Freunden herunterspielte: »Erzählen muß ich, dass ich ein ganz kleines Klavierkonzert geschrieben«, teilte er seiner Freundin Elfriede von Herzogenberg mit. Er widmete es seinem Lehrer Eduard Marxsen. Die erste öffentliche Aufführung fand am 9. November 1881 in Budapest statt, mit Brahms selbst als Solisten. Drei Jahre später, 1884, wurde Antonín Dvořák zu einer Konzertreise nach England eingeladen. Sie verlief glänzend und die wertvollste Frucht, die er dort pflückte, war seine 7. Sinfonie d-Moll. Wie seine Neunte den Beinamen »Aus der Neuen Welt« trägt,
so müsste die Siebte eigentlich »Britische Sinfonie« heißen, aber natürlich ist sie wie die Neunte ganz und gar »böhmisch« in ihrem unverwechselbaren Idiom aus slawischer Thematik und romantisch-deutscher Stilistik. Auch Brahms stand Pate. In Prag hatte er seinem böhmischen Freund seine gerade fertige 3. Sinfonie F-Dur am Klavier vorgespielt und das spornte ihn zu dieser d-Moll-Sinfonie an. Beide Sinfonien mit ihrer tonartlichen Verwandtschaft bilden ein Geschwisterpaar. Die Uraufführung im April
1885 unter Dvořáks Leitung war ein glänzender Erfolg.

am 15. und 16. April 2012

Stadthalle