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Von wegen Ibsen!

7. Braunschweiger Klassikerwoche
vom 4. - 9. Februar 10

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Der Norweger Henrik Ibsen (1828-1906) gilt als Begründer des realistischen Gesellschaftsdramas. Er schrieb und dachte in eigener Sache: als Protagonist wie Analytiker, als scharfsinniger Beobachter und Kritiker bürgerlicher Lebenskonstrukte. Realismus, Psychologie und Mythologie bilden bei dem Theaterautor Ibsen eine hoch explosive Mischung, in der er das Denken und Fühlen seiner Figuren und die Komplexität aller Beziehungen schildert: Liebe, Hass, Abhängigkeit, Schuld, Verstrickung in die eigene Vergangenheit und die Sehnsucht nach einem neuen Lebensentwurf. Nicht zuletzt darum geht uns Ibsen bis heute unter die Haut – und weil sein Werk auf der Schwelle zur Moderne »von der Sehnsucht des Menschen kündet, anders zu leben, als er es tut.« (Aldo Keel). Hin- und hergerissen zwischen Kompromiss und Bedingungslosigkeit, Wirklichkeit und Wunsch, Banalität und Ideal versuchen sich Ibsens Charaktere inmitten ihrer ›Dramen‹ zu behaupten – auf der Suche nach ihrem Leben, sei es in der Welt oder innerhalb ihrer vier Wände.