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BUDDENBROOKS 


von John von Düffel

 

nach dem Roman von Thomas Mann

1896, mit 21 Jahren, beginnt der Lübecker Kaufmannssohn Thomas Mann die Recherche zu einem Roman, dem die eigene Familiengeschichte zur Vorlage werden soll. »Buddenbrooks - Verfall einer Familie« wird ein Jahrhundertwerk. Trotz seiner 1.100 Seiten und des fast noch unbekannten Autors 1901 von S. Fischer veröffentlicht, begründet es Manns literarischen Ruhm, trägt ihm den Literatur-Nobelpreis ein und wird eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Bücher. In der Bühnenfassung John von Düffels spiegelt die Familiensaga 100 Jahre später und auf bestechend gegenwärtige Weise die Widersprüche eines Bürgertums, das sich ökonomischer Rationalität, Disziplin, Selbstgerechtigkeit wie Untergangsangst hingibt.
Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Thomas, Tony und Christian Buddenbrook, Sprösslinge einer angesehenen Kaufmannsfamilie und als solche Teilhaber am sozialen wie finanziellen Kapital der Elterngeneration. Während Christian früh ahnt, dass er nicht zum Kaufmann taugt und sich durch Auslandsaufenthalte der Familie entzieht, bereitet sich Thomas auf die Firmenübernahme vor. Und Tony, die gegen ihren Willen heiraten soll, gelingt diese Einsicht in die Notwendigkeit, als sie sich des Vaters Haltung zu eigen macht, wonach das Wohl der Familie mehr wiege denn das persönliche. Auf diesen Wegen werden die Kinder unglücklich, enttäuscht, nervös oder unempfindlich, verheddern sich in Status- und Rollenbildern, setzen sich aufs Spiel, wo sie ein Erbe erhalten wollen. Ihre Beziehungen sind der Ökonomie unterworfen. Das Leben wird ihnen zur flüchtigsten Sache.

Inszenierung: Wolfgang Gropper
Bühne und Kostüme: Ulrike Schlemm
Musik: Ralf Schurbohm
Dramaturgie: Charlotte Orti von Havranek

MIT:   Werner Galas (Konsul), Christiane Lemm (Konsulin), Götz van Ooyen (Thomas), Clemens Giebel (Christian), Louisa von Spies (Tony), Marion Bordat (Gerda), Roman Schmelzer (Grünlich), Klaus Lembke (Kesselmeyer), Malte Sundermann (Morton), Ursula Penzel (Lina), Kinderstatist (Hanno)

Wiederaufnahme: 30.10.2009
Vorstellungsdauer: 3 Std., eine Pause nach 1 Stunde und 10 Minuten