Die Sonne, der Tod und das Meer

nach »Der Fremde« von Albert Camus
Der Angestellte Meursault hält Totenwache bei seiner Mutter, trägt sie zu Grabe, beginnt am folgenden Tag eine Liebschaft, gerät in einen Streit und erschießt einen Araber. Er berichtet die Geschehnisse selbst: emotionslos, gleichgültig. Die Welt, die er sieht, ist zufällig, flächenhaft. Sie bedarf weder seiner Interpretation noch seines Willens. Im Prozess gegen ihn wird die Frage nach Verantwortung gestellt. Meursaults fundamentale Gleichgültigkeit steht einem Kausalitätsprinzip gegenüber, das in jeder Tat eine Absicht vermutet.
Gernot Grünewald splittet in seiner Studienarbeit Camus‘ Ich in ein Erzählerinnen-Kollektiv auf. Eine durchgängige Erzählung, eine kohärente Figur wird so unterlaufen, die Fremdheit des Subjekts sich selbst gegenüber und ein permanenter Konstruktionsvorgang auf der Bühne sichtbar gemacht.

am 26. und 27.02.2011

Hausbar


Inszenierung: Gernot Grünewald
Bühne: Michael Köpke, Julia Bau
Objekte, Masken: Clara Bosch

Mit:
Mit: Ann-Kathrin Doerig, Marie Seiser, Julia von Doege

Staatstheater Braunschweig, Die Sonne, der Tod und das Meer, Foto: